Meine kleine Farm

Was halten Sie davon, dem Schwein, das sie gerade verzehren, ins Gesicht zu schauen? Mit dieser leicht radikal anmutenden Idee hat Dennis Buchmann in den vergangenen Monaten Furore gemacht. Bild am Sonntag, der Tagesspiegel, DIE ZEIT und Spiegel Online haben bereits über die „Wurst mit Gesicht“ berichtet, wie in der hauseigenen Wurstpresse zu lesen ist.
 
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Meine kleine Farm Dennis BuchmannDer studierte Biologe und Journalist hat dieses spannende Projekt im Rahmen seiner Abschlussarbeit für seinen Masterstudiengang Public Policy an der Humboldt Viadrina School of Governance in Berlin ins Leben gerufen. Der Hintergedanke dabei ist, dem Verbraucher das lebende Tier, was sich hinter dem steril abgepackten Fleisch im Supermarkt verbirgt, wieder nahezubringen. Die Philosophie: weniger Fleisch, mehr Respekt! Das Konzept geht offensichtlich auf. Über den eigenen Online-Shop kann sich jeder sein persönliches Lieblingsschwein aussuchen. Von Knoblauchmett, Leberwurst, Rotwurst und Schinken ist alles dabei. Die Tiere sehen alle auch wirklich ganz niedlich aus, wie sie sich so wohlig im Dreck suhlen und ihre Schnauze der Kamera entgegen strecken. Einen eigenen Namen erhalten sie allerdings nicht.
 
Meine kleine Farm SchweinDie Tiere stammen vom Bio-Bauern Bernd Schulz aus Brück in Brandenburg. Hier werden sie artgerecht im Freiland aufgezogen und erhalten gesundes Ökofutter. Über die Webseite von Meine kleine Farm erfahren die Kunden immer wieder Neues aus der Welt der Schweine. Als Privatperson können Sie sich sogar Ihr eigenes Schwein kaufen und individuell entscheiden, wie die einzelnen Teile verarbeitet werden sollen. Klingt bizarr, ist es aber nicht. Immerhin hat eine Umfrage bei den Kunden gezeigt, dass das Projekt erste Erfolge zeigt: diese machen sich nun laut eigener Aussage mehr Gedanken über ihren Fleischkonsum und wollen in Zukunft weniger Fleisch essen. Im Gegenzug sind sie dazu bereit, dafür mehr Geld auszugeben. In Zeiten knapper werdender Ressourcen und einem rasant steigenden Bevölkerungswachstum ist dies gar nicht mal so unbedeutsam. Denn derzeit verschlingt ein Kilogramm Schweinefleisch in der konventionellen Herstellung unglaubliche 10.000 Liter Wasser. Und laut einem aktuellen Bericht von Spiegel Online sagen Wissenschaftler ein baldiges Ende unserer heutigen Esskultur voraus.
 
Meine kleine Farm Philosophie
 
Dennis Buchmann hat noch weitere ehrgeizige Pläne: so möchte er Schulklassen dazu animieren, eine Patenschaft für ein Schwein zu übernehmen und es sein 8-monatiges Leben lang zu begleiten – vom jungen Ferkel bis hin zur Schlachtung. Eine bei Bauer Schulz eigens installierte Webcam soll es zukünftig interessierten Verbrauchern ermöglichen, das tägliche Leben der Schweine zu begleiten. Darüber hinaus möchte Dennis Buchmann in ferner Zukunft mit Bauern aus anderen Regionen zusammenarbeiten. Das Ziel: neben der Förderung traditioneller Bauernhöfe und Handwerksbetriebe soll die große Auswahl an regionalen Wurstsorten, welche aus artgerechter Tierhaltung stammen, erhalten bleiben. So schmeckt eine Wurst aus Norddeutschland eben nun mal anders als aus Franken.
 
Ich gratuliere Dennis Buchmann in jedem Fall zu seinem Vorhaben und wünsche ihm weiterhin ganz viel Erfolg bei der Umsetzung seiner Pläne! Hier sehen Sie ein kleines Video mit Eindrücken von Bauer Schulzes glücklichen Schweinen:
Alternativ könnt ihr das Video auch über folgenden Link abrufen: http://youtu.be/sgva53RI9Mo

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