Die größten Lebensmittellügen

Produkte, welche auf Natürlichkeit, Gesundheit und Regionalität setzen, stehen immer mehr im Fokus der Verbraucher. So ist die Nachfrage nach fettreduzierten Produkten gestiegen, ebenso wie der Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe.
 
Viele Lebensmittelproduzenten antworten darauf mit der Herstellung sogenannter Light-Produkte. Beim Einkauf im Supermarkt finden wir immer mehr Produkte, die damit werben, dass sie weniger bis gar keine ungesunden Fette, Zucker oder künstliche Farb- und Aromastoffe enthalten. Doch was ist tatsächlich dran an den neuen Versprechen an die Verbraucher? Ernähren wir uns dadurch wirklich gesünder?
 

Die Light-Lüge

Zwar haben Light-Produkte in der Regel weniger Kalorien als Vergleichsprodukte, enthalten aber oftmals Zusätze in Form industriell bearbeiteter Kohlenhydrate. Dadurch sind sie viel energiereicher als angenommen. Außerdem enthalten sie meist mehrere Zusatzstoffe, um einen eventuellen Geschmacksverlust auszugleichen. Fett ist hier beispielsweise ein guter Geschmacksträger.
 

Die Zucker-Lüge

Manche Lebensmittel werben mit der Aufschrift „ohne Zucker“ oder „zuckerfrei“. Trotzdem dürfen sie Zucker enthalten – nur eben keinen typischen Haushaltszucker. Dafür sehr wohl aber Traubenzucker, Rohrzucker, Glukosesirup oder Honig. Gesünder sind sie dadurch nicht.
 

Die Fleisch-Lüge

Sogenannte Transglutaminasen sind Enzyme, die die Lebensmittelindustrie unter anderem dafür verwendet, um Fleischstücke miteinander zu verkleben. Dieses „restrukturierte“ Fleisch halten wir dann zum Beispiel für echten Kochschicken oder rohen Schinken und finden es meist in Fast-Food-Produkten. Auf der Packungsbeilage ist dann die Bezeichnung „Formfleisch“ zu lesen.
 
Folgendes Video dokumentiert verschiedene Werbetricks aus der Lebensmittelindustrie:Alternativ können Sie das Video auch über folgenden Link abrufen: http://www.youtube.com/watch?v=_tCp2pnHZiI.
 

Die Käse-Lüge

Beim Kunstkäse, Analogkäse oder Käseersatz verhält es sich ähnlich wie beim Formfleisch. Im Gegensatz zum echten Käse wird er nur zum Teil aus Milch oder Milchprodukten hergestellt. Dabei wird das Milchfett durch andere tierische oder pflanzliche Fette ersetzt. Zu den weiteren Zutaten zählen Emulgatoren, verschiedene Aroma- und Farbstoffe sowie Salz und Geschmacksverstärker.
 

Die Aroma-Lüge

Werbeaussagen wie „mit natürlichem Aroma“ finden Sie mittlerweile auf zahlreichen Lebensmittelverpackungen. Doch mit der Natur haben diese Aromastoffe wenig zu tun. Zwar werden sie aus Stoffen pflanzlicher oder tierischer Herkunft hergestellt. Dies heißt jedoch nicht, dass ein bestimmtes Frucht-Aroma aus der Frucht hergestellt worden ist, welche vorne auf der Verpackung abgebildet ist. Oftmals wird der Geschmack durch „natürliche“ Schimmelpilz- oder Bakterienkulturen erzeugt. Bekannt geworden sind hier auch die Sägespäne, welche das Aroma für die Erdbeeren im Erdbeer-Joghurt nachbilden.
 

Die Vitamin-Lüge

„Unsere Bonbons enthalten viel Fruchtsaft und wertvolle Vitamine!“ – dieser Werbespruch ist ein plumper Verkaufstrick. Künstliche Vitaminzusätze sind in der Regel völlig überflüssig und werden ganz einfach wieder vom Körper ausgeschieden. Noch schlimmer: Eltern wird hierbei fälschlicherweise vermittelt, dass Obst und Gemüse durch Süßigkeiten ersetzt werden können.
 

Was kann der Verbraucher tun?

Wir können zum Beispiel beschließen, weniger Fast-Food- und Light-Produkte zu kaufen. Oder aber wir recherchieren jeden einzelnen Zusatzstoff auf der Packungsbeilage und entscheiden uns dann, ob wir ihn zu uns nehmen möchten oder nicht. Eine denkbare Alternative ist es, nicht jeden Einkauf im nächsten Supermarkt um die Ecke zu erledigen, sondern zur Abwechslung den nächstgelegenen Hofladen oder Bauernmarkt aufzusuchen.
 
Weitere Infos über dreiste Lebensmittellügen erhalten Sie von abgespeist, der Kampagne von foodwatch gegen Werbelügen und Etikettenschwindel oder von Lebensmittelklarheit, dem in diesem Jahr gestarteten Portal der Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner zur Aufklärung der Verbraucher in Deutschland.

2 Comments
  1. Zucker-Lüge
    Wenn ein Lebensmittel mit „ohne Zucker“ oder „zuckerfrei“ bezeichnet wird, darf auch kein Zucker drin sein – das betrifft nicht nur Haushaltszucker (Saccharose), sondern auch andere Zuckerarten wie Traubenzucker (Glucose), Honig (Mischung aus mehreren Zuckerarten, vor allem Fruktose. Man unterscheidet auch, ob natürlicher Zucker vorhanden ist (bei Konfitüre kommt der fruchteigene Zucker hinzu, dann der zugesetzte Zucker etc. Dann muss es heißen : „ohne Zuckerzusatz“, andere Zusätze müssen angegeben werden. Die Zucker-Lüge ist keine Lüge, weil die Zutatenliste angegeben werden muss. Wer glaubt, bei Honig handele es sich nicht um Zucker, ist komplett dumm. Auch Rohrzucker ist Haushaltszucker, er ist nur aus Zuckerrohr hergestellt und nicht aus Zuckerrüben. Glucosesirup ist Zuckersirup (Glucose = Traubenzucker). Hier wird nicht gelogen. Sie haben nur schlecht recherchiert.

    • Hallo Frau Carlsson,
      vielen Dank für Ihre Ergänzung zum Thema Zuckerlüge! Sie haben Recht: man muss die Sachlage immer differenziert betrachten. Allerdings vermitteln Werbeaussagen wie „ohne Zuckerzusatz“ oder „ungesüßt“ in einigen Fällen den falschen Eindruck, ein Produkt enthalte kaum oder keinen Zucker. Aus der Zutatenliste lassen sich für den Verbraucher aber leider nicht immer alle Zuckerquellen identifizieren, wie eine Auflistung des offiziellen Portals der Bundesregierung gegen Etikettenschwindel – lebensmittelklarheit – aufzeigt.
      Herzliche Grüße,
      Marta Nierada

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